Pressestimmen zur Musik in der Advents- und Weihnachtszeit 2025
3. Januar, 2026Tobias Leschke reißt das Publikum von den Sitzen: Zum letzten Mal in Iserlohn
Iserlohn. Der scheidende Kantor hat noch einmal gezeigt, wie sehr die katholische Kirchenmusik in Iserlohn gewachsen ist. So sollte es unbedingt weitergehen.
Von Ralf Tiemann, 29.12.2025
Der Besuch war überwältigend: Eine nahezu volle Aloysius-Kirche erlebt man nur selten. Der Abschied von Tobias Leschke als Iserlohner Dekanatskantor und sein letztes festliches Weihnachtskonzert, das am zweiten Weihnachtstag somit den Charakter eines Abschiedskonzertes bekam, hatten aber für einen ungewöhnlich hohen Zulauf gesorgt.
Dementsprechend überwältigend war auch das Finale dieses Konzertes, als alle Sängerinnen und Sänger der Chöre des Pastoralverbundes gemeinsam mit der riesigen Gemeinde und begleitet von dem Streicher-Ensemble „Ghiribizzo“ „Stille Nacht“ anstimmten. Einen so kräftigen und andächtigen Gesang hat man in Iserlohn vermutlich in diesem Jahr nirgendwo sonst gehört. Das war wirklich ein Weihnachtsmoment der besonderen Art, in dessen Mittelpunkt Tobias Leschke stand, der Gemeinde, Chor und Streicher mit großen Bewegungen zusammenhielt und diesen Moment mit einem breiten Lachen genoss. Danach brach tosender Applaus und Jubel los, den der scheidende Kantor durchaus persönlich nehmen durfte.
Alle Stile und den ganzen Kirchenraum genutzt

Zuvor gab es das versprochene „Weihnachts-Best-of“-Programm mit allen Chören und Ensembles, die die Iserlohner „Musica Sacra“ zu bieten hat – von der Choralschola bis zum Chor „ChantIs“ und vom Kammerchor bis zum „Collegium Vocale“, A-capella oder begleitet vom Orchester, teilweise in allen Stilen von der Gregorianik über Barock-Musik bis in die französische Romantik und den ganzen Raum der Kirche nutzend. Auch Instrumentalmusik mit Trompeter Martin Schröder war zu hören, eine Arie aus Bach Weihnachts-Oratorium mit Bassist Hanno Kreft als Solist und natürlich viele Weihnachtslieder, begleitet von Felicia Meyerrafken an der Orgel. Bis hin zu diesem fulminanten und gleichzeitig besinnlichen Finale bei „Stille Nacht“, das die Besucher von den Sitzen riss.
Das Konzert hat einmal mehr gezeigt, in welchem Maße die Kirchenmusik auf katholischer Seite in den vergangenen Jahren aufgeblüht ist – seit 2008 von Null zu einer solchen Pracht, woran Leschke in den sieben Jahren seiner Amtszeit großen Anteil hatte. Er dankte zum Abschied für die vielfältige Unterstützung im Pastoralen Raum – ganz ausdrücklich auch Pfarrer Dietmar Schulte für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und den „maximalen Freiraum für die Musik“.
Kommissarisch weiter als Chorleiter in Iserlohn
Es ist zu hoffen und dringend notwendig, dass diese Arbeit auch zukünftig weitergeführt wird und in guten Händen liegt – was derzeit nicht sicher ist. Denn das der- oder diejenige, die zukünftig die Musik weiterentwickelt und am Ende auch solche festlichen Konzerte auf die Bühne bringt, wurde noch nicht gefunden. Wie bereits berichtet konnte Leschkes Stelle bisher nicht wiederbesetzt werden und bleibt zunächst vakant. Das „Ein letztes Mal“, das er in seiner Begrüßung als Tageslosung ausgab, stimmte von daher nur zu Hälfte. Ein solches Konzertspektakel wie am Freitag wird er vermutlich tatsächlich nicht noch einmal in Iserlohn aufführen. Die Pflege der verschiedenen Chöre werden er und Hanno Kreft aber kommissarisch weiter übernehmen. Als angehender Fachbereichsleiter für Kirchenmusik im Bistum Paderborn stimme ihn diese Entwicklung traurig. „Als Tobias Leschke freue ich mich aber darauf, weiterhin in Iserlohn tätig zu sein.“
Quelle: https://www.ikz-online.de/lokales/iserlohn/article410807983/tobias-leschke-reisst-das-publikum-von-den-sitzen-zum-letzten-mal-in-iserlohn.html
(zuletzt: 03.01.2026)
Hanno Kreft und Tobias Leschke begeisterten mit einem stimmungsvollen Repertoire beim kammermusikalischen Konzert in Iserlohn.
Von Christian Otterstein,

Größer können die Kontraste nicht sein: Wurde noch drei Tage zuvor die große Aloysius-Kirche in Iserlohn durch den mächtigen Bläsersound des Landespolizeiorchesters NRW in ihren Grundfesten erschüttert, so erlebte man am Sonntag fünfzig Meter entfernt im Forum St. Pankratius ein intimes, kammermusikalisches Konzert, welches sich als absolutes Highlight für musikalische Feinschmecker herausstellte. Ein Liederabend mit Weihnachtsliedern stellt eine enorme Bereicherung der zahlreichen Weihnachtsprogramme dar, zumal, wenn sie auf einem künstlerisch derart hohen Niveau daherkommen.
Hanno Kreft, studierter Konzertsänger, Chorleiter und Stimmbildner im Pastoralverbund, hatte sich wunderbare Klavierlieder mit weihnachtlichem Bezug herausgesucht. Neben bekannten Klassikern wie „White Christmas“ und „The first Noel“, gab es eine Vielzahl von Neuentdeckungen, die im gängigen Repertoire kaum zu finden sind. Der Eröffnungsteil gehörte noch vertrauten Repertoirestücken wie den beliebten Weihnachtsliedern von Peter Cornelius, deren romantische, volkstümliche Tonsprache die Zuhörer sofort in entsprechende Stimmung versetzte. Das berühmte „Die Könige“ kombinierte auf geniale Weise die Erzählung von der Reise der Heiligen Drei Könige mit dem Choral „Wie schön leuchtet der Morgenstern“, welcher zu einer völlig anderen gesungenen Melodie in der Klavierbegleitung auftauchte.
Stimmvielfalt und musikalische Raritäten begeistern das Publikum
Bachs Weihnachtshit „Ich steh an Deiner Krippen hier“ leitete dann über zu drei Weihnachtsliedern von Engelbert Humperdinck (1854-1921) der mit seiner Oper „Hänsel und Gretel“ den wohl größten weihnachtlichen Bühnenklassiker komponiert hat. Ähnlich wie Cornelius bedient er sich einer volkstümlichen Tonsprache. Hanno Kreft bewies hierbei sein großes stimmliches Spektrum: Von den mächtigen Fortepassagen in „Der Stern von Bethlehem“ über das zurückhaltende, im kultivierten Mezzavoce vorgetragene „Christkindleins Wiegenlied“ bis hin zum locker fröhlichen „Altdeutschen Wiegenlied“ zog er souverän alle nötigen Stimmregister.
Musikalische Juwelen aus dem Schatzkästlein kaum bekannter Komponisten wie Arnold Cooke (1906 -2005), Vincente Emilio Sojo (1887-1974) oder des Niederländers Jan Wolters überraschten und begeisterten die Zuhörer stets aufs Neue und Tobias Leschke am Klavier erwies sich als kongenialer Begleiter, der nicht nur menschlich, sondern auch musikalisch perfekt mit Hanno Kreft harmonierte.
Skandinavische Komponisten sorgen für i-Tüpfelchen
Es würde den Rahmen sprengen, jedes einzelne Lied zu würdigen, jedoch sollten die Beiträge der skandinavischen Komponisten wie Edvard Grieg und Jean Sibelius nicht unerwähnt bleiben. Im „Weihnachtswiegenlied“ von Edvard Grieg ließ die Chromatik innerhalb der Melodie aufhorchen, die der weihnachtlichen Vorfreude fast ein wenig Vorahnung der Passionsgeschichte beimischte.
Quelle: https://www.ikz-online.de/lokales/iserlohn/article410714265/iserlohn-intimes-weihnachtskonzert-mit-klassikern-und-entdeckungen.html
(zuletzt: 03.01.2026)

