Ökumene wird in der Kirchenmusik fortgesetzt

15. Januar, 2019

Ute und Hanns-Peter Springer stellen mit Tobias Leschke ein gemeinsames Jahresprogramm vor

von Ralf Tiemann
Sie gehen gemeinsame Wege: Die evangelischen Kirchenmusiker Hanns-Peter und Ute Springer mit ihrem neuen katholischen Kollegen Tobias Leschke (re.).
Iserlohn. Für Tobias Leschke war es ein ziemlich heftiges halbes Jahr, das er jetzt hinter sich gebracht hat. Nicht nur, dass er parallel zu seiner Stelle als Kirchenmusiker in Nordkirchen nochmals ein Studium zum Master im Fach Orgel an der Musikhochschule Detmold aufgenommen hat. Bereits im Sommer wurde er in Iserlohn zum Nachfolger von Christopher Brauckmann als katholischer Dekanatskirchenmusiker gewählt. Und trotz der ohnehin schon gegebenen Doppelbelastung stieg er auch hierfür sofort in die Planungen ein. Zumal schon wenige Tage nach der Wahl sein zukünftiger evangelischer Kollege Hanns- Peter Springer anrief, um auch mit dem „Neuen“ an St. Aloysius die gute ökumenische Tradition in der Iserlohner Kirchenmusik mit einem gemeinsamen Jahresprogramm fortzusetzen.

Gemeinsames Programm ist „mehr als sinnvoll“

Absprachen zwischen den Konfessionen kenne er bereits aus seinen bisherigen Stationen, sagte Leschke bei der Vorstellung dieses Jahresprogramms, allerdings nicht in dieser Intensität. „Das ist aber mehr als sinnvoll“, freut er sich auf die über¬konfessionelle Zusammenarbeit. Die evangelische Kirchenmusik sei mit ihren Chören, Konzerten und der großen Kinderkantorei durchaus tonangebend in Iserlohn, und er sei froh, dass Hanns-Peter Springer auf ihn zugekommen sei und er da mitmachen dürfe. Froh ist er aber auch, dass es jetzt endlich losgeht. Der Einstand mit seinem Jungen Chor sei schon fantastisch gewesen. Nun folgt am 3. Februar sein Iserlohner Debüt als Konzertorganist. Vor allem hat er es aber geschafft, schon lange vor seinem Amtsantritt eine stattliche Konzertreihe auf die Beine zu stellen, bei der auch die beliebten „Sommerklänge“ fortgesetzt werden – vier ganz unterschiedliche Konzerte im August und September,  nicht zwingend geistlich, mal im Pankratius-Forum, mal in der Aloysius-Kirche. Wenig konkretes kann er bisher allerdings zu seinen Chorauftritten sagen, weil er seine neuen Chöre und ihr Repertoire schlichtweg erst noch kennen lernen muss. Anders als in der Evangelischen Kantorei, wo bei Ute und Hanns-Peter Springer im ersten Halbjahr alles auf den Kirchentag in Dortmund ausgerichtet ist. „Prince of Peace“ heißt das sinfonische Gospel-Oratorium, das das Kantorenehepaar zum chöreübergreifenden Großprojekt erklärt, bei dem auch Projektsänger willkommen sind. Am 21. Juni geht es damit auf den Kirchentag, bereits am 16. Juni wird es in der Obersten Stadtkirche aufgeführt. Aber auch sonst ist die Kantorei auf dem Kirchentag vertreten.

Mit „Prince of Peace“ auf den Kirchentag

Am 10. November – auch diesen Termin sollten sich Musikfreunde schon einmal vormerken – führt die Kantorei dann „Ein deutsches Requiem“ von Brahms auf. Daneben bedienen die Springers auch 2019 alle festen Konzerttermine, die sie vom festlichen Osterkonzert bis zum Feuerwerk der Orgelpfeifen, von den Musicals der Kinderkantorei bis zum Adventssingen und von r den Marktmusiken bis zum Abendliedersingen im Kirchgarten längst etabliert haben. Ein besonderes Projekt ist schließlich noch die Aktion „Lied deines Lebens“, beide am 29. August wichtige lebensbegleitende Lieder unter anderem von prominenten Iserlohnern präsentiert werden sollen. Text © Iserlohner Kreisanzeiger, Lokalteil Iserlohn vom 15.01.2019, Seite 12 – Foto © privat, siehe IKZ vom 15.01.2019